Artikel der Paarberatung Neumayr München: Unglücklich in der Partnerschaft

Haben Sie das Gefühl, die Liebe ist erloschen?

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Als Sie beide frisch verliebt waren war alles schön…Jede Sekunde wollten Sie dem Partner nah sein, oft schlug Ihr Herz bis zum Hals. Die Endorphine spielten verrückt und sorgten für ein regelrechtes Dauerstrahlen. Die berühmte rosarote Brille war die erste Zeit vermutlich Ihr ständiger Begleiter.

Dieser, als Limerence-Phase bezeichneter Abschnitt der Beziehung geht nach etwa drei Jahren über in eine Phase der tiefen Liebe, gegenseitigen Wertschätzung und des Vertrauens. Natürlich schleichen sich auch der Alltag und Routinen zunehmend ein, aber in einer intakten Beziehung sind dies nur Nebengeräusche. Man kennt sich, vertraut einander, man lebt zusammen, plant Urlaube, man unterstützt sich und interessiert sich für den anderen, lacht zusammen und unternimmt Dinge gemeinsam.

Allerdings kann dies Phase auch ganz anders verlaufen: Wenn die Verliebtheitsgefühle weniger werden, der gegenseitige Respekt füreinander verschwindet oder der Partner sogar nur noch zur Nebensache wird, kann es zum langsamen Sterben der Liebe kommen. Irgendwann kommt dann die Frage auf: “Warum liebt mein Partner mich nicht mehr?”

Aber ist es wirklich so?  Liebt der Partner Sie nicht mehr?

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Sicher wäre es ratsam, sich genau zu diesem Zeitpunkt zu vergewissern…Nur weil die Verliebtheitsphase vorbei ist und Sie vielleicht nicht mehr übereinander herfallen, heißt es nicht, dass die Liebe nicht mehr existent ist, sie hat sich einfach verändert.

Dennoch gibt es feste Bestandteile einer liebevollen Beziehung, egal in welcher Phase sie sich befindet, deren Verschwinden auf ein Ende hindeuten können: Dazu
gehören Wertschätzung, Zärtlichkeit, Respekt, Nähe, Aufmerksamkeit und das Interesse aneinander.

Erlischt unsere Liebe?

Die Frage nach dem Warum liebt er mich nicht mehr? ist so explizit (oder einfach oder pauschal) natürlich nicht zu beantworten. Die Gründe wird nur der Partner selbst kennen, wenn er Sie überhaupt kennt. Denn Liebe ist eine Emotion und wenn es nicht um einen Vertrauensbruch oder eine tiefe Verletzung geht, die natürlich ebenfalls zum Verlust der Liebe führen können, kann das Gefühl mit der Zeit manchmal auch “einfach” verschwinden. Die Frage nach der Ursache ist dann nicht an einem Bruch oder einem bestimmten Anlass festzumachen.

Allerdings können Sie erkennen, welche Anzeichen auf ein langsames Erlöschen der Liebe hindeuten könnten.

1. Der Partner berührt sie nicht mehr

Gibt es zum Abschied oder zur Begrüßung keinen Kuss mehr, auf der Couch kein Kuscheln und im Schlafzimmer keine Zärtlichkeiten mehr, dann kann es durchaus das erste Zeichen sein, dass die Gefühle langsam erkalten. Denn jeder, der liebt und in der Partnerschaft glücklich ist, zeigt seinem Partner zumindest ab und zu Zuneigung und sehnt sich umgekehrt auch nach der Nähe des anderen. Jedoch geht es hier weniger um die Regelmäßigkeit des Austauschs von Zärtlichkeiten, sondern um die generelle Existenz von Zärtlichkeiten

Einfach mal in den Arm genommen und gekuschelt zu werden, im Vorbeigehen berührt zu werden, im Bett kuschelnd einschlafen oder auch mal Händchen haltend durch die Stadt spazieren. Wenn absolut nichts davon mehr stattfindet und es keine besondere Belastung außerhalb der Beziehung gibt, sollten die ersten Alarmglocken läuten.

2. Hat der Partner kein Interesse mehr an meinem Leben?

„Wie war dein Tag?” oder „Geht es Dir gut?“ sollte die wohl häufigste Frage innerhalb einer liebevollen Partnerschaft sein. Wenn man einander liebt und ein gemeinsames Leben führt, dann hat man selbstverständlich auch grundsätzliches Interesse am Leben des Partners. Natürlich will man wissen, wie es dem Partner geht, was ihn beschäftigt, was der andere macht, wann er nach Hause kommt, oder auch was in der nächsten Woche bei dem Menschen, den man liebt, ansteht. Wenn allerdings derlei Interesse über längere Zeit nicht mehr besteht, steht es tatsächlich besorgniserregend um die Liebe.

3. Es gibt zwischen Ihnen beiden nur noch sachliche und organisatorische
Gesprächsthemen?

Beim romantischen Abendessen in Gespräche über Gott und die Welt vertieft zu sein und sich gar nicht mehr von den Lippen des Partners lösen zu können, das ist sicher oftmals nur am Anfang einer Liebesbeziehung dauerhaft so. Doch wenn Sie beide sich nur noch darüber unterhalten, wer wann wo die Kinder abholen soll, wann die Schwiegereltern zu Besuch kommen, welche To dos es im Haushalt gibt oder dass das Auto in die Werkstatt muss, sollten Sie hellhörig werden. Erst recht dann, wenn der Blick des anderen beim Gespräch desinteressiert und gelangweilt ist.

4. Es gibt weder Wertschätzung noch Anerkennung mehr füreinander

Jeder Mensch braucht Anerkennung und Komplimente, natürlich insbesondere natürlich Frauen von ihren Männern oder Partnern! Sei es für den Beruf oder etwa für das hübsche neue Kleid, das ihre Figur besonders gut in Szene setzt. Wenn diese Anerkennung und Aufmerksamkeit plötzlich über einen längeren Zeitraum fehlen, ist das sicher ein Warnzeichen.

5. Es gibt keinen konstruktiven Streit mehr, alles scheint mehr oder weniger egal?

Viele glauben, die Partnerschaft sei perfekt, wenn es keinerlei Streit gibt. Tatsächlich gehört jedoch in jede Partnerschaft eine konstruktive und respektvolle Auseinandersetzung. Wenn der Partner allerdings jede Konfrontation
meidet, weil ihm einfach alles egal ist schlimmstenfalls sogar ein Flirt dann sind die Gefühle füreinander ernsthaft in Gefahr (diesen Teil verstehe ich nicht, der passt nicht rein). Dass Streit hin und wieder helfen kann, weil er Interesse symbolisiert, ist daher naheliegend. Dennoch sollten Sie jedoch stets darauf achten, bestimmte Streitkiller zu vermeiden.

6. Einer von Ihnen macht lieber Überstunden statt Zeit zu zweit zu verbringen?

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Gefühle erkaltet sein könnten ist, dass der Partner sich mit Überstunden in die Arbeit flüchtet oder plötzlich in wachsendem Maße nur noch seinen Hobbies nachgeht, anstatt Zeit mit Ihnen zu verbringen. Wer glücklich in einer Partnerschaft ist, setzt seine Beziehung nicht dauerhaft für Karriere oder Hobbies aufs Spiel.

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Was tun?

Wenn Sie Ihre Beziehung trotz all dieser Alarmsignalen retten möchten, sollte von beiden Partnern die Bereitschaft bestehen, sich um Veränderungen zu bemühen. Das funktioniert in der Regel nur, wenn Sie beide auch wollen. Wer von Ihnen beiden damit beginnt, gewisse Beziehungsmuster zu verändern, ist jedoch nicht wichtig.

Was sicher Ihr Miteinander verbessert sind Achtsamkeit gegenüber den anderen und offenen Gesprächen als echter Austausch über Gefühle, Hoffnungen, Wünsche und
Ziele für die Zukunft.

Jedoch auch gemeinsame Unternehmungen, die Freude bereiten und gleichzeitig Geborgenheit und Sicherheit schenken, können wieder zusammenschweißen und die
eventuellen Gefühle neu entflammen.

Ganz wichtig ist jedoch die Bereitschaft von jedem von Ihnen einzusehen, dass jede individuelle Handlung Auswirkungen auf Ihren Partner hat und die Beziehung
selbst Bedürfnisse hat, die keinesfalls vernachlässigt werden dürfen.

Wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg. Wenn Sie als Paar gemeinsam die Signale frühzeitig deuten oder es gar nicht erst soweit kommen lassen, haben Sie gute Chancen, Ihre Liebe zu retten.

Herzlichst Sandra Neumayr

Unglücklich in der Partnerschaft