Gut zu wissen
Häufig gestellte Fragen zur Paarberatung München
Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten erreichen – rund um Ablauf, Kosten, Qualifikationen und die verschiedenen Beratungsformate. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, nehmen Sie direkt Kontakt auf: 089 – 39 29 33 54 – oder buchen Sie ein Kennenlerngespräch.
Was ist Paarberatung?
Paarberatung ist ein professionell begleiteter Prozess, in dem Paare lernen, Konflikte konstruktiv zu bewältigen, ihre Kommunikation zu verbessern und die Beziehungsqualität nachhaltig zu stärken. Anders als Psychotherapie behandelt Paarberatung keine psychischen Erkrankungen im klinischen Sinne – sie setzt am Beziehungsgeschehen an und arbeitet ressourcen- und lösungsorientiert. Eine ärztliche oder psychiatrische Überweisung ist nicht erforderlich.
Paarberatung richtet sich an Paare, die sich in einer Krise befinden oder konkrete Konflikte bearbeiten möchten. Paarcoaching richtet sich an Paare, deren Beziehung grundlegend funktioniert – die jedoch gezielte Impulse zur Weiterentwicklung suchen: bessere Kommunikation, mehr Nähe, neue Impulse für die Partnerschaft. Beide Formate sind in unserem Institut verfügbar.
Wenn nur einer von beiden will
Das ist eine der häufigsten Ausgangslagen und kein Hindernis. Zögern hat meist nachvollziehbare Gründe: Angst vor Schuldzuweisung, Scham oder schlechte Vorerfahrungen. Psychologisch erhöht direkter Druck den Widerstand sogar eher – ein als „Reaktanz" beschriebener Effekt –, während Verständnis für die Gründe ihn senkt.
Es lohnt sich, nicht mit Vorwürfen zu werben, sondern mit dem eigenen Wunsch: „Mir liegt an uns, und ich wünsche mir Unterstützung dabei." Und falls Ihr Partner zunächst nicht mitkommt – Sie können auch allein beginnen.
Am ehesten gelingt es außerhalb eines Streits und in Ich-Form. Gottman spricht vom „sanften Einstieg" (softened start-up): Wie ein Gespräch beginnt, sagt erstaunlich verlässlich voraus, wie es verläuft. Ein Satz wie „Ich wünsche mir, dass wir uns wieder näherkommen, und glaube, dabei täte uns Begleitung gut" öffnet eher als ein Vorwurf. Es geht um Einladung, nicht um Ultimatum.
Oft erleichtert es vieles, den ersten Schritt klein zu halten: ein einziges, unverbindliches Gespräch, um zu schauen, wie es sich anfühlt. Das nimmt viel von der Schwere, die das Wort „Beratung" für manche hat.
Ja. Eine Paarberatung darf auch dann begonnen werden, wenn zunächst nur eine Person teilnimmt. Aus systemischer Sicht ist eine Partnerschaft ein wechselseitig wirkendes System: Verändert sich eine Person in ihren Reaktionen, verändert sich oft die ganze Dynamik. Erfahrungsgemäß entscheidet sich der andere Partner häufig im Verlauf, ebenfalls teilzunehmen, wenn der erste Schritt einmal getan ist.
Sie sind also nicht handlungsunfähig, nur weil Ihr Partner noch zögert. Veränderung beginnt häufig bei einer Person – und strahlt auf die Beziehung aus.
Das hängt von der Indikation ab. Steht das Miteinander im Vordergrund, ist Paarberatung der direkte Weg. Überwiegen sehr persönliche, eigene Themen, kann Einzelbegleitung zunächst sinnvoll sein. Häufig ist eine Kombination ideal – gemeinsame Sitzungen, ergänzt um einzelne Gespräche.
Diese Frage müssen Sie nicht vorab allein beantworten. Zu Beginn klären wir gemeinsam, welcher Rahmen zu Ihnen passt – und passen ihn an, wenn sich im Lauf der Zeit zeigt, dass etwas anderes besser trägt.
Ablauf, Erstgespräch und unsere Haltung
In der Regel beginnt sie mit einer Erst- bzw. Anamnesephase, in der Sie Ihr Anliegen schildern und wir gemeinsam ein strukturiertes Bild der Situation gewinnen. Darauf folgen Sitzungen, in denen Interaktionsmuster sichtbar gemacht, neue Formen des Miteinanders erprobt und Schritt für Schritt bearbeitet werden – in einem geschützten, wertfreien Rahmen.
Sie müssen nichts vorbereiten und nichts „richtig" machen. Es geht nicht um Bewertung, sondern um Verstehen. In unserer Praxis arbeiten wir dabei im Tandem – mit zwei Beratenden statt einer Perspektive –, sodass beide Partner sich gleichermaßen gesehen fühlen.
Das Erstgespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der gemeinsamen Klärung Ihrer Situation. Es findet – sofern gewünscht und möglich – mit beiden Partnern statt, kann aber auch als Einzelgespräch erfolgen. Wir besprechen Ihre Anliegen, klären organisatorische Fragen (Termine, Kosten, Format) und legen gemeinsam die nächsten Schritte fest. Eine Verpflichtung zur Fortsetzung entsteht nicht.
Das Tandem-Konzept – Hon. Prof. Sandra Neumayr-Sopp und Rolf Neumayr – ermöglicht eine geschlechtssensible Begleitung beider Partner: Jede Person hat eine Ansprechperson auf Augenhöhe. Gleichzeitig erlaubt dieses Format sowohl gemeinsame Paarsitzungen als auch gleichgeschlechtliche Einzelgespräche, in denen persönliche Themen ohne Beisein des Partners erörtert werden können. Dies ist ein strukturelles Qualitätsmerkmal, das Einzelberatende nicht leisten können.
Persönliche Themen, individuelle Bindungserfahrungen oder Unsicherheiten lassen sich in Einzelgesprächen oft freier bearbeiten als in Anwesenheit des Partners. Diese Reflexionsarbeit vertieft und beschleunigt den gemeinsamen Prozess erheblich – und ist integraler Bestandteil unseres Beratungskonzepts.
Ja. Allparteilichkeit ist ein Grundprinzip unserer Arbeit: Wir ergreifen keine Partei, stellen keine Schulddiagnosen und beziehen keine Wertung zu persönlichen Entscheidungen. Beide Partner werden gleichermaßen gehört und unterstützt. Ziel ist nicht die Frage nach Recht oder Unrecht, sondern das Verstehen der Paardynamik und die Erarbeitung tragfähiger Lösungen.
Selbstverständlich. Sämtliche Gespräche und Informationen unterliegen der Schweigepflicht und werden streng vertraulich behandelt. Dies gilt auch innerhalb des Tandems: Inhalte aus Einzelgesprächen werden nicht ohne Zustimmung der betreffenden Person in Paarsitzungen eingebracht.
Dauer, Format und Wirksamkeit
Eine einzelne Sitzung dauert meist um die 60 bis 90 Minuten. Der Gesamtprozess reicht von einer kurzen, fokussierten Begleitung über wenige Wochen bis zu mehreren Monaten – je nach Anliegen und Tempo. Kürzere, klärende Prozesse sind ebenso möglich wie eine längere, vertiefende Begleitung.
Entscheidend ist nicht, möglichst lange zu kommen, sondern so lange, wie es Ihnen nützt. Manchmal genügt ein klärender Anstoß, manchmal braucht es mehr Zeit – beides ist in Ordnung.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten – und das ist auch gut so: Jede Beziehung bringt eine eigene Geschichte, eigene Ressourcen und eigenen Klärungsbedarf mit. Manche Paare erleben bereits nach drei bis fünf Sitzungen eine spürbare Veränderung. Andere wählen eine längere Begleitung. Wir arbeiten lösungsorientiert – so lange wie nötig, so kurz wie möglich.
Es gibt keine festgelegte „Dosis", die für alle gilt. Wir besprechen den Verlauf transparent mit Ihnen und entscheiden gemeinsam, wann genug erreicht ist. Sie behalten die Steuerung.
Ja. Wir beraten sowohl in unseren Praxisräumen in München-Nord als auch online per Video oder Telefon. Beide Formate sind vollwertig und können auch kombiniert werden – etwa Präsenzsitzungen im Wechsel mit Online-Terminen.
Nach derzeitigem Forschungsstand steht videobasierte Beratung der Arbeit vor Ort in ihrer Wirksamkeit kaum nach. Entscheidend ist – wie die Wirkfaktorenforschung generell zeigt – nicht der Ort, sondern die Qualität der Arbeitsbeziehung, und diese lässt sich auch über den Bildschirm tragfähig aufbauen.
Wichtig ist allein, dass Sie sich im gewählten Rahmen wohlfühlen. Falls sich Online für Sie distanziert anfühlt, lässt sich jederzeit wechseln. Das Format soll Ihnen dienen, nicht umgekehrt.
Ja – die Wirksamkeit ist metaanalytisch gut belegt. Empirisch fundierte Ansätze wie die Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) oder verhaltensorientierte Verfahren erreichen mittlere bis große Effekte auf die Beziehungszufriedenheit. Als robustester gemeinsamer Wirkfaktor gilt dabei – über alle Methoden hinweg – die Qualität der tragenden Arbeitsbeziehung (die sogenannte Allianz), nicht die einzelne Technik.
Genau deshalb legen wir Wert auf ein fundiertes Fundament: Unsere Arbeit ist beratungspsychologisch verankert und wissenschaftlich verantwortet. Diese Verbindung aus Fachlichkeit und Zugewandtheit ist der Grund, warum Begleitung auch in festgefahrenen Situationen tragfähig bleibt.
Kosten und Kostenerstattung
Die Kosten hängen von Dauer und Format der Sitzungen ab. Paarberatung ist eine Beratungsleistung und in der Regel keine Kassenleistung; sie wird üblicherweise privat getragen. Wir informieren Sie transparent im Erstgespräch – ohne versteckte Zusatzkosten. Bitte nehmen Sie direkt Kontakt auf: 089 – 39 29 33 54 oder office@beratung-coaching-muenchen.de.
Wir verstehen, dass dies eine Investition ist. Viele Paare beschreiben im Rückblick die gewonnene Klarheit und Verbundenheit als eine ihrer wichtigsten gemeinsamen Investitionen.
Psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde – wie wir sie anbieten – wird von gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht erstattet. Manche privaten Zusatzversicherungen übernehmen anteilig Kosten für Beratungsleistungen. Bitte prüfen Sie dies individuell mit Ihrer Versicherung. Auf Wunsch stellen wir eine Honorarrechnung aus.
Qualifikation & Terminvergabe
Hon. Prof. Sandra Neumayr-Sopp ist Honorarprofessorin für Beratungspsychologie an der Macromedia University of Applied Sciences München, Präsidentin des VpsyB e.V. – Verband psychologischer Berater – und verfügt über mehr als 25 Jahre Praxiserfahrung in der psychologischen Beratung. Rolf Neumayr ist ausgebildeter psychologischer Berater mit langjähriger Erfahrung in der Paar- und Familienberatung. Beide sind Mitglieder im VpsyB e.V. und arbeiten nach dessen berufsethischen Grundsätzen.
In dringenden Fällen ist eine zeitnahe Terminvergabe möglich. Rufen Sie uns direkt an: 089 – 39 29 33 54. Alternativ buchen Sie online ein Erstgespräch.
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