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Wann sollten Sie eine Paartherapie in Anspruch nehmen…

Zu Beginn Ihrer Partnerschaft bestand gelebte Liebe, tiefe Verbundenheit, Anziehungskraft, das Gefühl der Gemeinsamkeit für immer – Sie haben nahezu jeden gemeinsamen Moment genossen…

glückliches Paar am Anfang ihrer Beziehung

Der Kuss am Morgen, liebevolle Worte und das Gefühl tiefer Verbundenheit – all das, das war einmal. Aber wie konnte es eigentlich soweit kommen? Und noch viel wichtiger:  gibt es noch einen Weg zurück? Wenn die Liebe vor dem Aus zu stehen scheint, wenn Streit, Vorwürfe, Schweigen und emotionale Kälte überwiegen, ist eine Paartherapie oft der beste Weg, die Liebe neu zu beleben und belastende Beziehungsmuster zu durchbrechen….

Aber weshalb brauchen Paare zeitweilig professionelle Unterstützung? Wie gehen Sie am besten damit um, wenn Sie sich immer weiter voneinander „entfernen“, die Lust auf Sex nachlässt? Und vor allem wann darf Trennung kein Tabu mehr sein und wie gelingt dieser Schritt ohne Rosenkrieg?

Streit muss manchmal auch sein, aber…

Streit kommt in jeder Partnerschaft einmal vor und muss auch sein. Doch was, wenn Diskussionen und Vorwürfe überhandnehmen, im Streit der Respekt voreinander verloren geht und die Streitthemen immer die gleichen sind? Oft gelingt es nicht mehr, die Ursache für den Streit unter den Teppich zu kehren und zu hoffen, dass sich die belastenden Themen mit der Zeit von alleine lösen.

Unterstützung, um Beziehungs- oder Eheprobleme zu lösen, ist eine Paartherapie meist sehr sinnvoll. Allerdings werden Sie wegen gelegentlichen Streits noch nicht zum Paarberater gehen.

Paartherapie kann hilfreich sein. wenn…

Wenn Sie als Paar jedoch selbst keinen Ausweg aus der Beziehungskrise mehr sehen, ist professionelle Unterstützung durchaus hilfreich. Gerade, wenn Sie beide sich auf ihrer Position festgebissen haben oder jeder von Ihnen beiden darauf wartet, dass der andere sich ändert. Auch wenn Sie sich einen neutralen Vermittler suchen, jemanden, der Sie dabei unterstützt, einfach wieder miteinander reden zu können, ist eine Paarberatung durchaus sinnvoll.

Eine Paartherapie kann durchaus sinnvoll sein…

Haben Sie als Paar das Gefühl, tief in einer belastendenden Beziehungskrise zu stecken oder gibt es scheinbar unlösbare Eheprobleme, kann eine Paarberatung durchaus dabei helfen, die Beziehung oder Ehe zu retten. Bestenfalls möchten Sie beide in der Beziehung etwas verändern  – sei es, die Liebe neu zu beleben, mit dem Anliegen, die Konflikte beizulegen oder aber auch, um gemeinsam die Trennung zu beschließen.

Prinzipiell dient eine Paarberatung dazu, dass Sie als Paar wieder ins Gespräch kommen. Denn oftmals haben Konflikte zur Folge, dass Paare irgendwann im Verlauf der Beziehungskrise nicht mehr in der Lage sind, konstruktiv miteinander zu sprechen. Oftmals herrscht Schweigen oder Sie beide verrennen sich in Streitgespräche, in denen jeder von Ihnen auf sein Recht besteht und die von Vorwürfen geprägt sind.

Beide sind für die Partnerschaft verantwortlich…

Selbstverständlich muss man in einer Beziehung auch einmal Einschränkungen und Kränkungen aushalten können. Allerdings ist ein klarer Indikator für die Qualität einer Beziehung auf welche Art und Weise, wie oft und worüber Sie beide streiten. Ob Ihre Beziehung Unterstützung braucht, können Sie vor allem daran erkennen, wie Sie sich miteinander auseinandersetzen. In einer gut funktionierenden Partnerschaft haben Sie beide die Fähigkeiten, Konflikte konstruktiv und respektvoll zu bewältigen.

Jeder von Ihnen beiden fühlt sich gleichermaßen verantwortlich für die Partnerschaft – und empfindet dabei auch noch Liebe, Spaß und das Gefühl, geliebt und vom Partner geschätzt zu werden.  Wenn jedoch regelmäßig Gespräche zwischen Ihnen beiden ins Belastende  abgleiten und das gemeinsame Privatleben  von Nörgelei, Missachtung, Verletzungen, Selbstverteidigung oder auch Mauern geprägt wird, läuft bestimmt etwas falsch.

Wenn Sie das  Gefühl haben, in einer Situation zu leben, die Sie nur  noch aushalten, statt sie zu gestalten, sollten Sie dringend zeitnah etwas ändern. Sich selbst und der Beziehung zuliebe! Eskaliert es zwischen Ihnen beiden regelmäßig, knallen vielleicht sogar Türen, fliegen die Fetzen, und das beständig bei denselben Themen – dann sollten Sie umgehend neutrale und professionelle Unterstützung suchen. Und zwar wirklich schnell auch Ihrer psychischen Unversehrtheit und Ihres Selbstwertgefühls wegen.

Streitigkeiten, Missachtung, das ständige nur noch Aushalten und möglicherweise Nachgeben, damit nicht wieder Konflikte entstehen oder Sie wieder verletzt werden, kann auf Dauer dazu führen, dass Sie sich selbst nicht mehr wirklich wahrnehmen, sich zurückziehen, einigeln und sich selbst auf Dauer auch nichts mehr zutrauen.

Werden Ihre Bedürfnisse vom Partner noch wahrgenommen?

Häufig entstehen intensive Beziehungskrisen, weil zumindest eine(r) von Ihnen sich ungerecht behandelt fühlt, glaubt, seine Interessen und Bedürfnisse würden kaum noch vom Partner wahrgenommen und erfüllt. Daraus resultieren Vorwürfe, die nach geraumer Zeit wiederkehrend wie ein Refrain vorgetragen werden und die irgendwann die ganze Beziehung beherrschen. Der Teufelskreis zwischen Vorwürfen und Gegenvorwürfen belastet Sie irgendwann beide immens.

Gegenseitige Vorwürfe belasten…

Frauen leben Beziehungen intensiver…

In den meisten Fällen gehen die Vorwürfe eher von der Frau aus, der Mann ist permanent damit beschäftigt, sich zu verteidigen oder verfällt aus Überforderung oder Hilflosigkeit in Schweigen, zieht sich zurück.

Statistiken zeigen, dass Frauen mit sich und ihren Beziehungen kritischer umgehen als Männer. Männer können manche Unvollkommenheit besser aushalten oder nehmen sie manchmal gar nicht erst wahr. Für Frauen ist es jedoch selbstverständlich, über Details ihrer Beziehung zu reden, was Männer nicht immer positiv stimmt. Auch wählen Frauen oft einen ungünstigen Zeitpunkt, um den Mann mit ihren Problematiken zu überfallen, was einen Konflikt geradezu heraufbeschwört.

Männer wollen Lösungen…

In 75 Prozent aller Fälle sind Frauen die treibende Kraft, eine Paarberatung in Anspruch zu nehmen. Das mag mit daran liegen, dass es ihnen oft leichter fällt, ein Problem zu erörtern. Für die Frau ist es selbstverständlich, eine zwischenmenschliche Situation näher zu betrachten, für sich zu überprüfen und stets zu versuchen, sich in den Partner einzufühlen. Männer jedoch sind eher an Lösungen interessiert.

Das andere wichtige Feld ist die Sexualität. Viele Paare, die seit Jahren zusammen sind, kennen es: Mit der Zeit erlahmt das körperliche Interesse am anderen, sie schlafen kaum miteinander, obwohl sie liebevoll verbunden sind. Wo liegt das Problem?

Das ist gar nicht immer ein Problem. Zwar lässt bei den meisten Paaren der Sex nach, das ist ein generelles Phänomen. Diese Paare kennen eine Verlaufskurve, die sich von einem Höchststand zu Beginn der Beziehung bergab entwickelt. Aber es gibt erstaunlich viele Paare, die wenig Sex miteinander haben und dennoch zufrieden sind.

Lernen Sie wieder miteinander zu kommunizieren…

Die Basis jeder guten Paartherapie ist es, die beiden Partner überhaupt ins Gespräch zu bringen. Daher befrage ich im ersten Schritt oft erst einmal jeden einzeln: Weshalb sind Sie hier? Was möchten Sie verändern? Was muss passieren, damit sich das Treffen für Sie gelohnt hat? Während der andere zuhört, wie der Partner antwortet, ergibt sich dann meist ein Gesprächsfluss. Dafür muss ich als neutraler Dritter den geeigneten Raum ermöglichen.

Beziehungskrisen können bewältigt werden, wenn…

Kommt ein Paar nicht selbstständig zu einer Lösung der Beziehungsprobleme, kann die Paartherapie dabei helfen, festgefahrene Kommunikationsmuster zu durchbrechen. Miteinander zu reden ist ein erster und wichtiger Schritt, um negative Gefühle, die die Beziehung belasten, zu verarbeiten und neues Vertrauen aufzubauen. So können Krisen oftmals bewältigt werden.

Die Basis einer Paartherapie bildet in den meisten Fällen die Systemische Therapie, auch Familientherapie genannt. Sie betrachtet systemische Zusammenhänge und die Beziehungen in einer Gruppe und nutzt Erkenntnisse aus diesen Betrachtungen für die Diagnose und Therapie von Konflikten. Die Paartherapie kann einzeln oder gemeinsam stattfinden.

Der Paartherapeut als Dolmetscher

Bei einer Paartherapie blickt ein Therapeut unparteiisch von außen auf die Beziehung. Er (oder sie) wird zu einer Art Dolmetscher, wenn die Partner kaum mehr dieselbe Sprache sprechen. Beim ersten Treffen ist es oft sinnvoll klarzustellen, was jeder Partner sich von der Paartherapie erhofft. Wollen beide wieder zusammenfinden? Denkt einer an Trennung? Manche Paare gehen auch nur aus dem Grund zum Paartherapeuten, um sich möglichst friedlich zu trennen.

Ist das Therapieziel festgelegt, rücken die Probleme in den Mittelpunkt: Wie sind sie entstanden? Wie gut hört einer dem anderen überhaupt noch zu? Wie redet, wie streitet das Paar? Im Normalfall umfasst eine Paartherapie zwischen zehn und 15 Sitzungen. Erfolgreich war eine Therapie dann, wenn beide Partner verstehen, was sie zur Krise beitragen, auch ihre Eigenverantwortung erkennen und wie sie die alten Handlungsmuster durchbrechen können.

Unser Ziel – wieder eine glückliche Partnerschaft zu leben…

Die Ziele, welche mit der Paartherapie erreicht werden sollten, die am Beginn der Therapie besprochen wurden, können sich im Verlauf der Therapie ändern, je nachdem, zu welchen Erkenntnissen die Partner gelangen. Der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Sitzungen ist nach Möglichkeit groß, damit das Paar ausreichend Zeit hat, neue Handlungsmöglichkeiten zu verinnerlichen und im Alltag umzusetzen.

Während der Sitzungen bleibt der Paartherapeut stets ein neutraler Vermittler, der Beziehungsdynamiken aufdeckt und erläutert. Er bleibt dabei unparteiisch und versucht lediglich, sich in beide Partner einzufühlen, um ein allgemeines Verständnis für die Situation zu entwickeln und diese in einem neuen Rahmen darzustellen. Die Lösung zu finden, ist nicht die Aufgabe des Therapeuten. Paare müssen selbst erkennen, was die Partnerschaft stört und sie müssen eigenständig lernen, sich einander besser mitzuteilen und zuzuhören, um zukünftig besser mit Belastungen umgehen zu können.

Machen Sie eine Inventur Ihrer Beziehung…

Eine Paartherapie bietet die Möglichkeit, eine Art Inventur der Beziehung vorzunehmen: Was ist die Vorgeschichte des Betrugs? Oder: Warum geraten wir immer wieder aneinander? Wie zärtlich sind wir miteinander gewesen? Welche Gemeinsamkeiten haben wir noch? Welche Bedürfnisse werden in der Beziehung erfüllt, welche nicht? Was wünschen wir uns für die Zukunft? Wenn einer der beiden spürt, dass das Vorgefallene oder bestimmte Verhaltensweisen vor allem mit ihm selbst und seiner Vergangenheit zu tun haben, kann eine individuelle Einzeltherapie helfen, diese Fragen zu klären.

Letztendlich liegt es am Paar selbst, ob die Paartherapie erfolgreich ist oder nicht. Beide müssen bereit sein, Energie in die Arbeit an der Beziehung zu stecken. Schaffen es beide Partner, einander wieder wertschätzend zu begegnen, sind sie auf einem guten Weg, eine Veränderung zu erreichen und ihre Beziehungs- oder Ehekrise zu bewältigen. Verlässliche Statistiken zur Erfolgsrate einer Paartherapie gibt es nicht, doch es wird angenommen, dass etwa bei der Hälfte aller Therapien eine deutliche Verbesserung der Beziehung eintritt.

© Paarberatung Neumayr München